Paul stellt vor: Ausbildung zum Mikrotechnologen

 

Mikrotechnologe. Das ist (m)ein Beruf, den kaum jemand kennt oder sich Etwas darunter vorstellen kann. Und genau darum bin ich hier, um euch zu erzählen, was wir Mikrotechnologen so machen. Hallo, mein Name ist Paul Bucklitsch, ich bin 23 Jahre alt und bin Azubi im dritten Lehrjahr bei der X-FAB MEMS Foundry GmbH in Erfurt.

Doch was macht ein Mikrotechnologe nun? Einfach ausgedrückt, er stellt Mikrochips her. Die Bauteile, die in euren Handys, in Autos, in PC’s…ja eigentlich in den meisten elektronischen Geräten heutzutage drin stecken, die produzieren wir.

Mein Weg führte mich eher zufällig zur Ausbildung zum Mikrotechnologen

Ich bin wohl eher über diesen Beruf gestolpert, keiner in meinem Umkreis kannte ihn. Und so war er ein Stück außergewöhnlich und interessant für mich, als ich diese Ausbildung fand. Denn entdeckt habe ich ihn auf einer der vielen Berufsmessen, auf denen ich mir zahlreiche Berufe angesehen habe. Nach ein paar spannenden Gesprächen und anschließender Internetrecherche stand dann für mich fest, was ich werden wollte. Denn dieser Beruf schien, wie für mich gemacht zu sein. Der fertige PC mag ja interessant sein, aber wie die Chips in ihm hergestellt werden, das ist für mich das Faszinierende gewesen.

Meine Firma, X-FAB, ist einer der größten Hersteller für Mikrochips weltweit. An 6 Standorten weltweit, 3 davon in Deutschland, produziert X-FAB für seine internationalen Kunden Mikrochips. Denn X-FAB ist ein Auftragsfertiger und stellt seinen Kunden nur Produktionskapazität zur Verfügung. Man kann es sich so vorstellen, dass jemand einen Chip entwickelt und wir sind dann diejenigen, die ihn für denjenigen herstellen.

Doch was mache ich nun?

Ich arbeite in meiner Ausbildung in sogenannten Reinräumen, die keim- und partikelfrei sind. Nur in dieser Umgebung können wir Mikrochips herstellen. Um in diesen Räumen zu arbeiten, tragen wir Ganzkörperanzüge, unsere „Reinraumkombis“. Einen Mikrochip herzustellen, dauert lange –  Wochen bis Monate. Wir nutzen dazu Siliziumscheiben, auch Wafer genannt, die wir in dieser Zeit gezielt bearbeiten. Silizium ist dabei das Basismaterial, ein Halbleiter, den wir gezielt leitend oder nichtleitend machen können. Im Herstellungsverlauf gibt es dann viele Schritte, die zum fertigen Chip führen, z.B. Ätzschritte, wo wir mit Säuren die Scheiben strukturieren, oder aber wir können in unseren Hochtemperaturöfen neue Schichten auf eine Scheibe aufbringen. Die Strukturen, die wir erreichen wollen werden in einem Lithographieschritt aufgebracht, das kann man sich vorstellen wie die Räume, in denen früher ein Film entwickelt wurde. So entsteht während der Produktion, Schritt für Schritt der fertige Chip. Dabei passen auf eine Scheibe bis zu 20.000 Mikrochips.

In der Berufsschule werden mir währenddessen Kenntnisse vermittelt, die mir dabei helfen, zu verstehen, wie Mikrochips funktionieren. Wir lernen Prozesse, Funktionen und auch die Nutzung von elektronischen Bauelementen kennen. Wenn man recht gut in Mathe und Chemie in der Schule war, hat man einen Vorteil, weil man zum Großteil rechnet und sich die chemischen Prozesse während der Herstellung ansieht. Aber keine Sorge, auch das wird einem beigebracht.

Doch was macht das ganze so interessant?

Man muss sich vorstellen, dass ein menschliches Haar sehr viel größer ist als die Strukturen, die wir herstellen. Ich meine, wir reden hier vom Mikrometer- oder sogar Nanometer-Bereich. Das ist eigentlich kaum noch vorstellbar. Und doch funktioniert am Ende unserer Herstellung der Chip so, wie er soll. Gerade das ist es, was mich daran so fasziniert!

Dieser Beruf ist definitiv für alle geeignet, die sich für Technik begeistern. Denn  die Ausbildung ist  voll von eben dieser.

 

Steckbrief zum Beruf Mikrotechnologe

Mikrotechnologe

allgemeine Angaben

Ausbildungsdauer:                            3,5  Jahre
Auszubildende bundesweit:            361
Auszubildende in Thüringen:          44

Angaben zur IHK Erfurt*

Anzahl der Ausbildungsbetriebe:     4
Anzahl der Auszubildenden:             19
Berufsschulstandorte:                       Erfurt

(* Die Angaben beziehen sich auf den Einzugsbereich der IHK Erfurt, Stand: 2018)

 

Interessiert dich der Beruf und willst mehr dazu wissen? Dann lass gern einen Kommentar da oder nimm ganz einfach über unser Formular Kontakt zu uns auf.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


Du hast Fragen rund um die Kampagne oder das Thema Ausbildung? Ruf uns gerne an:

0160 9352 7752

Kontakt

IHK Erfurt
Arnstädter Straße 34
99096 Erfurt

Telefon: 0361 / 3484-0
E-Mail: info@erfurt.ihk.de