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Der erste Job nach der Ausbildung – Worauf muss ich achten?

Nach der Ausbildung werden die Weichen noch einmal neu gestellt. Ihr seid jetzt kein Azubi mehr, sondern Berufseinsteiger. Das bringt – neben mehr Gehalt und mehr Verantwortung – auch neue Rechte und neue Pflichten mit sich. Wir haben ein paar Fragen für euch zusammengetragen, deren Antworten euch helfen ohne Stress in den ersten Job zu starten.

Was kostet euch euer Girokonto?

Ein Girokonto habt ihr sicher schon – ihr habt ja bereits eure Ausbildungsvergütung erhalten. Bis zum 18. Lebensjahr (oder bis zum Ende der Ausbildung) sind die meisten Konten kostenlos. Danach fallen häufig Gebühren an, die bis zu zehn Euro im Monat betragen können. Hier lohnt es sich zu prüfen, ob ihr eventuell noch einmal die Bank wechselt und ein kostenloses oder günstigeres Konto findet – idealerweise vor dem ersten Arbeitstag, damit ihr gleich die neue Kontonummer für euren Arbeitgeber parat habt.

Habt ihr schon eine eigene Krankenversicherung?

Von eurer Geburt bis zum Abschluss der Ausbildung (bzw. bis zum 25. Lebensjahr) seid ihr über die Familienversicherung eurer Eltern kostenfrei krankenversichert. Mit dem ersten Arbeitsvertrag müsst ihr euch selbst versichern. Spätestens 14 Tage nach dem ersten Arbeitstag solltet ihr euch für eine eigene Krankenversicherung entschieden haben. Das kann bei der Krankenkasse der Eltern sein, einer Krankenkasse eurer Wahl oder bei der Betriebskrankenkasse eures Unternehmens. Die Versicherungsbeiträge werden dann direkt von eurem Lohn abgezogen und ihr erhaltet eine eigene Versichertenkarte.

 Wo habt ihr eure Steuer-ID?

Zu Beginn des Arbeitsverhältnisses müsst ihr eurem Arbeitgeber eure Steuer-ID mitteilen. Hinter dieser elfstelligen Nummer verbergen sich alle nötigen Infos zu eurem Namen, eurem Geburtsdatum, eurer Anschrift und der für euch zuständigen Finanzbehörde. Diese Steuer-ID benötigt euer Arbeitgeber, um eure Steuermerkmale für euer Lohnkonto zu erfassen. Jeder Bürger bekommt seine Steuer-ID mit einem Schreiben vom Bundeszentralamt für Steuern mitgeteilt. Falls ihr den Brief nicht mehr findet, könnt ihr euch die Identifikationsnummer hier erneut zusenden lassen.

Braucht ihr weitere Versicherungen?

Je nach Art eures Jobs kann es sinnvoll sein, eine weitere Versicherung abzuschließen – für den Fall, dass ihr eure gelernte Tätigkeit irgendwann nicht mehr ausüben und deshalb euren Lebensunterhalt nicht mehr selbst verdienen könnt. Für diesen Fall gibt es zwei Varianten:

  • die Berufsunfähigkeitsversicherung

Diese Versicherung springt ein, wenn man seinen gelernten Beruf aufgrund einer Einschränkung dauerhaft oder vorübergehend nicht mehr ausüben könnt, z.B., wenn man durch einen Bandscheibenvorfall nicht mehr schwer heben kann oder aufgrund hoher Belastung ein Burn-out erleidet. In diesem Fall übernimmt die Versicherung einen Teil des Verdienstausfalles, bis ihr wieder in eurem Job arbeiten könnt.

  • die Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Diese Versicherung springt ein, wenn man gar nicht mehr in der Lage ist, mehr als drei Stunden am Tag zu arbeiten – egal in welchem Job. In diesem Fall zahlt der Staat nur eine sehr geringe Erwerbsunfähigkeits-Rente (EU-Rente), die ihr mit einer privaten Zusatzversicherung aufstocken könnt.

In beiden Fällen müsst ihr vorher einige Fragen zu eurer Gesundheit beantworten. Hier müsst ihr ehrlich sein, sonst greift die Versicherung im Ernstfall nicht. Speziell bei der Berufsunfähigkeitsversicherung lohnt es sich, schon früh einzusteigen, weil die Beiträge mit wachsendem Lebensalter steigen.

Und last but not least:
Feiert das Sparschwein!

Mit dem Berufseinstieg habt ihr erstmals ein festes Gehalt, das sicher viele Verlockungen bietet. Aber wenn ihr euren ersten Job gebührend gefeiert habt, solltet ihr jeden Monat ein Scheinchen beiseitelegen, um für Ernstfälle oder einen spontanen Urlaub gewappnet zu sein. Dann kann es losgehen mit dem ersten Job!

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