Janik Maik stellt vor: Ausbildung zum Mikrotechnologen

Ja moin!

Mein Name ist Janik Maik Mester, ich bin 20 Jahre alt und wohne seit August letzten Jahres in Erfurt. In die Landeshauptstadt hat es mich verschlagen, weil ich hier meine Ausbildung zum Mikrotechnologen bei der Firma X-FAB MEMS Foundry GmbH begonnen habe. Ursprünglich komme ich aber aus Glückstadt in Schleswig-Holstein. In der Nähe meines Heimatortes liegt Itzehoe, ein Standort des Mikroelektronik-Unternehmens X-FAB.

Jannik Maik Mester im Servicebereich

Vom hohen Norden ab in die Mitte

„Mikroelektronik? Hm, klingt spannend.“ dachte ich.

Daraufhin beschloss ich, ein berufsorientiertes Praktikum zu absolvieren. Um euch jedoch von diesem berichten zu können, einige generelle Informationen zur Mikrotechnologie vorab:

Mikrotechnologen stellen Mikrochips her. Bei X-FAB werden sie auch Operator genannt. Sie arbeiten im Reinraum, einer speziellen Produktionsumgebung zur Herstellung von Mikrochips, deren Strukturen 100 mal kleiner sein können als der Durchmesser eines menschlichen Haares. Ganz schön faszinierend, was diese kleinen Teile alles so können: z.B. den Reifendruck im Auto messen, den menschlichen Insulinspiegel regulieren oder auch als Mikrofon die Sprache aufnehmen.

Die Grundlage für Mikrochips sind sogenannte Wafer, also Siliziumscheiben. Auf diesen werden viele Schichten unterschiedlicher Materialien, mit unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften, gestapelt und strukturiert. So entstehen Schaltkreise, deren Eigenschaften den bekannten Bauelementen wie elektrischen Widerständen, Kondensatoren oder Transistoren, gleichen.

Aber jetzt zurück zu meinem Praktikum:

Während diesem wurden mir viele interessante und abwechslungsreiche Aufgaben übertragen, wie zum Beispiel die ESD-Prüfung (elektrostatische Entladung) aller Arbeitsplätze im Reinraum, die mit den Wafern in Berührung kommen. Bei dieser Aufgabe habe ich also schon einen guten Überblick über das Arbeiten im Reinraum bekommen. Denn die Arbeit dort erfolgt unter ganz bestimmten Bedingungen. Alle Kollegen im Reinraum tragen besondere Schutzkleidung, bestehend aus einem Overall mit Kopfhaube, einem Mundschutz, speziellen Handschuhen sowie Arbeitsschuhen. Diese ist sehr bequem und dient in erster Linie dem Schutz der hergestellten Chips vor dem Menschen – und nicht umgekehrt. Schon kleinste Partikel, wie bspw. Hautschuppen, könnten die Mikrostrukturen beschädigen. Um die Güte des hergestellten Produktes weiterhin sicherstellen zu können, gehören auch regelmäßige Qualitätskontrollen, wie bspw. die Messung der Wafer unter dem Mikroskop, zu den täglichen Arbeiten eines Mikrotechnologen.

Das Praktikum hat mir gezeigt, wie abwechslungsreich der Beruf des Mikrotechnologen ist und mich dazu bewegt, mich um einen entsprechenden Ausbildungsplatz zu bemühen.

Da am X-FAB-Standort Itzehoe zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht ausgebildet wurde, habe ich mich daraufhin in Erfurt beworben. Nach einem Assessment Center folgte direkt im Anschluss ein persönliches Vorstellungsgespräch. Danach dauerte es dann keine 2 Wochen bis die Zusage kam.

Und dann bin ich durchgestartet!

Am 1. September 2017 startete dann die Ausbildung mit einer Einführungswoche. Hier hatte ich die Möglichkeiten, die anderen zehn Azubis meines Jahrgangs besser kennenzulernen und auch einen Einblick in die Arbeit der anderen Abteilungen am Standort zu erhalten. Zudem war die Woche geprägt von Rundgängen und Belehrungen. Highlight war dann das Outdoortraining zum Abschluss der Woche, bei dem wir im Aktivpark Hohenfelden eine GPS-Tour gemacht und selbst ein Floß gebaut haben. Im Anschluss an diese Woche ging es dann mit der tatsächlichen Ausbildung los.

Jetzt, im ersten Lehrjahr, lerne ich alle Abteilungen kennen, die in irgendeiner Weise Schnittstellen zum Reinraum, meinem zukünftigen Arbeitsplatz, haben. Hierfür sind wir in Lerntandems organisiert. Gemeinsam mit meinem Tandempartner Jens war ich beispielsweise schon in der Materiallogistik, in der Versorgungstechnik (Facility Service) und auch im Bereich Anlageninstandhaltung (Equipment Engineering) beschäftigt. Nach den Osterferien begann meine Arbeit im Reinraum und ich lerne bis zum Ende des zweiten Lehrjahres die einzelnen Teilstrecken, die für die Produktion unserer Mikrochips notwendig sind, kennen.

Janik Maik Mester in der Produktion

Fachkenntnis durch Praxis

Die Mikrochipherstellung folgt dabei einem sich wiederholenden Zyklus, bestehend aus den 4 Teilstrecken Schichterzeugung, Fotolithografie, Ätzen und Implantation. All diese Prozesse sind aufgrund der Strukturgrößen nahezu voll automatisiert. Der Mikrotechnologe steuert die Prozessschritte mithilfe der entsprechenden Anlagen.

Im dritten Lehrjahr werde ich schließlich einer festen Teilstrecke zugeteilt und arbeite dann gemeinsam mit den anderen Operatoren im regulären Schichtrhythmus. Ziel ist es, meine bis dahin erlangten Fachkenntnisse und Fertigkeiten in einem Bereich zu spezialisieren.

Ausbildung heißt nicht nur arbeiten

Natürlich bin ich nicht nur bei X-FAB während meiner Ausbildung. Blockweise besuche ich die Andreas-Gordon-Schule in Erfurt sowie das Jenaer Bildungszentrum für die überbetriebliche Ergänzungsausbildung. Für meine Zukunft nehme ich mir vor, dass ich meine Ausbildung frühzeitig abschließe und dass ich daraufhin studieren gehe oder eine Fortbildung zum staatlich geprüften Techniker absolviere. Auch das könnte ich mir gut in Kooperation mit X-FAB vorstellen. Als Arbeitgeber strebt die X-FAB stets an, ihre Mitarbeiter konstant zu unterstützen und individuell weiterzuentwickeln. Ein gutes Stichwort hierzu von einem meiner Ausbilder ist: „Man kann im Leben immer noch etwas dazulernen, egal, wie alt man ist.“


Steckbrief zum Beruf

Mikrotechnologe/Mikrotechnologin

allgemeine Angaben

  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Auszubildende bundesweit: 361
  • Auszubildende in Thüringen: 46

Angaben zur IHK Erfurt*

  • Anzahl der Ausbildungsbetriebe: 4
  • Anzahl der Auszubildenden: 19
  • Berufsschulstandorte: Erfurt

(* Die Angaben beziehen sich auf den Einzugsbereich der IHK Erfurt, Stand: 2018)

Dieser Artikel ist zuerst in der Thüringer Allgemeinen erschienen. 

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