Michael stellt vor: Ausbildung zum Werkzeugmechaniker

Michael Ullrich erlernt den Beruf des Werkzeugmechanikers mit der Fachrichtung Stanz- und Umformtechnik. Hier hat Präzision höchste Priorität!

1 m oder 1 cm? Dies sind keinesfalls geläufige Maßeinheiten eines Werkzeugmechanikers. In meiner Ausbildung zum Werkzeugmechaniker hat man die Aufgabe, Werkzeugeinzelteile bis auf 1/100 mm genau zu fertigen und das geschieht bei Weitem nicht immer mit computergesteuerter Technik. Auch wenn CNC-Maschinen (CNC = Computerized Numerial Control) eine große Unterstützung im Berufsleben sind, geht es nicht ohne die Fingerfertigkeit beim Bedienen von konventionellen Werkzeugmaschinen. Die Fachkenntnisse sowie die mit jedem Werkstück wachsende Erfahrung des Werkzeugmechanikers sind unabdingbar für qualitativ hochwertige Werkzeuge zur Herstellung von Automobilteilen.

Nun aber erst einmal zu mir: Ich hatte schon immer Interesse an Technik und handwerklichen Arbeiten. Nach einem erfolgreich absolvierten Praktikum bei der Tower Automotive Presswerk Artern GmbH stand für mich endgültig fest, mit diesem Beruf genau die richtige Ausbildung gefunden zu haben.

Das Presswerk in Artern stellt anspruchsvolle Karosserieteile für die Automobilindustrie her und hat rund 150 Mitarbeiter. Genau das war die Herausforderung, die ich nach meiner Zeit bei der Bundeswehr gesucht habe. Neben der reizvollen Aufgabe im Presswerk spielten auch die Entwicklungsmöglichkeiten in der Werkzeuginstandhaltung sowie das breite Weiterbildungsangebot des Unternehmens eine Rolle, mich für die Ausbildung zum Werkzeugmechaniker im Werk Artern zu entscheiden. Somit konnte ich 2016 mit der Ausbildung bei Tower in Artern beginnen.

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.

Euch erwartet eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, die in Schul- und Praxisblöcke eingeteilt wird. So erlerne ich im praktischen Einsatz im Betrieb alle Grundfertigkeiten, wie z.B. Drehen, Fräsen, Schleifen, Bohren, Feilen sowie die Montage kompletter Baugruppen bis hin zum Gesamtwerkzeug. Ich erlerne den Umgang mit technischen Zeichnungen und plane daraus dann im Anschluss Arbeitsabläufe für die Herstellung dieser Bauteile. In der überbetrieblichen Ausbildung, welche im ERFURT Bildungszentrum stattfindet, erlange ich Zusatzqualifikationen, wie z.B. Schweißen oder die Grundlagen der CNC-Bearbeitung in Ergänzungslehrgängen. Um das geforderte theoretische Wissen in der Berufsausbildung zu erlernen, besuche ich die Berufsschule in Sondershausen.

Eine spannende Arbeit mit bis zu 60 Tonnen schweren Werkzeugen.

Konzentration, Flexibilität sowie ein hohes technisches Verständnis sind im Presswerk gefragt. In Artern werden mit verschiedenen Werkzeugen Motorhauben, Türen, Dächer bis hin zu ganzen Fahrzeugseitenwänden für verschiedene Kunden gefertigt. Die Werkzeuge können bis zu 60 Tonnen wiegen und erreichen je nach Bauteil Größen von bis zu 2,50 x 5,00 Metern. Die Werkzeuge im Presswerk sind enormen Kraftbelastungen ausgesetzt. Somit geht es bei Reparaturen z.B. um verschlissene Schnittelemente eines Werkzeuges. Diese werden dann vom Werkzeugmechaniker überarbeitet und instandgesetzt.

Aber auch die technische Endabnahme und Einarbeitung von Neuwerkzeugen fordert den erfahrenen Werkzeugmechaniker. Allerhöchste Ansprüche hinsichtlich der Oberflächenqualität bei Karosserieteilen erfordern handwerkliches Geschick sowie ein fundiertes Wissen in Bezug auf die Werkzeug- und Werkstofftechnik.

Nach meiner Ausbildung möchte ich praktische Erfahrungen sammeln, um zukünftig bei Werkzeugabnahmen im In- und Ausland mitwirken zu können. Es erfüllt mich immer mit Stolz, wenn man an Werkzeugen mitarbeiten darf, deren Endprodukt man auf Deutschlands Autobahnen dann täglich sehen kann.

Abschließend möchte ich sagen, dass man einen so vielfältigen Beruf nicht einfach so kurz in Worte fassen kann… aber, man kann ihn bei einem Praktikum erleben!

Steckbrief zum Beruf

Werkzeugmechaniker/-in

allgemeine Angaben

Ausbildungsdauer:                             3,5 Jahre
Auszubildende bundesweit:              11.477
Auszubildende in Thüringen:             479

Angaben zur IHK Erfurt*

Anzahl der Ausbildungsbetriebe:       65
Anzahl der Auszubildenden:              267
Berufsschulstandorte:                       Bad Salzungen, Gotha, Sömmerda, Sondershausen

(* Die Angaben beziehen sich auf den Einzugsbereich der IHK Erfurt, Stand: 2018)

Dieser Artikel ist zuerst in der Thüringer Allgemeinen erschienen. 

Interessiert dich der Beruf und willst mehr dazu wissen? Dann lass gern einen Kommentar da oder nimm ganz einfach über unser Formular Kontakt zu uns auf.

4 Kommentare
  1. Avatar
    Neeltje sagte:

    Interessant, dass man bei der Ausbildung zum Werkzeugmechaniker auch die CNC-Technik lernt. Mein Onkel arbeitet in der CNC Lohnfertigung. Deshalb interessiert mich das Thema in der Ausbildung sehr.

    Antworten
    • Avatar
      Anne Klehm sagte:

      Hey Neeltje,

      das klingt cool! Suchst du denn ein Ausbildungsplatz, in dem du auch mit CNC-Technik arbeiten kannst?

      Liebe Grüße,
      das same-here-Team

      Antworten
  2. Avatar
    Noah sagte:

    Da ich auf der Suche nach einem Ausbildungsberuf bin, habe ich diese Seite gefunden. Ein Freund hat mir geraten, Werkzeugmechaniker zu werden. Vielen Dank für diese tollen Informationen.

    Antworten

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