Pavlo und Yuliia stellen vor: Ausbildung zur Restaurantfachkraft

 

Dobroho dnya – Guten Tag,

unsere Namen sind Pavlo Batih und Yuliia Baranovska. Wir sind vor 3 Jahren aus der Ukraine nach Deutschland gekommen um eine Ausbildung als Restaurantfachkraft zu machen. Damals waren wir gerade mal 17 Jahre alt. Durch eine Freundin meiner Mutter bin ich auf das Programm der IHK in Erfurt aufmerksam geworden, eine Ausbildung als Restaurantfachkraft in Deutschland zu beginnen. Nach Deutschland wollte ich schon immer und jetzt war die Chance zum Greifen nah, aber was ist mit meiner Freundin Yuliia – ohne sie wollte ich nicht so weit weg  fahren. Viel Überredungskraft hat es mich nicht gekostet und sie wollte mit mir gehen.

Unser Weg nach Deutschland

Wir büffelten 3 Monate lang 1x pro Woche Deutsch um den Abschluss B2 zu bekommen, ließen unsere Schulabschlüsse und schon abgeschlossenen Ausbildungen in der Ukraine ins Deutsche übersetzen. Ich habe eine Ausbildung als Hotelfachmann und Yuliia als Apothekerin schon in der Ukraine absolviert. Die Ausbildungen in der Ukraine sind schulisch und man macht dann ein Praktikum. In Deutschland hingegen gehen wir 3 Wochen arbeiten und haben 1 Woche Schule.

Endlich war es so weit. Am 05.10.16 sind wir nach 17 Stunden Fahrt mit dem Bus im Hotel an der Therme in Bad Sulza, unserer neuen Heimat,  angekommen. Die Freude war riesig und wir waren ganz gespannt wie es nun weiter gehen sollte. Das Hotel stellte uns WG-Wohnungen zur Verfügung und essen konnten wir im Hotel. Mein erster Tag begann im Resort Schloss in Auerstedt, wo mich alle sehr herzlich aufnahmen. Ich lernte dort nicht nur was sehr guter Service bedeutet, sondern auch deutsch. Yuliia ist in Bad Sulza im Restaurant Felicia geblieben und bediente nicht nur Hotelgäste sondern auch Patienten in der  integrierten Kurklinik.

Aller Anfang ist schwer…

Am Anfang war es ganz schön schwer mit der Verständigung, aber die Mitarbeiter konnten ja kein ukrainisch und so waren wir immer gezwungen deutsch zu reden. In der Berufsschule in Weimar ist es auch nicht immer einfach, besonders schwer sind Sozialkunde und Wirtschaft. Wir lernen viel gemeinsam und werden auch das schaffen.

Nach der ersten Freude kamen auch schnell die ersten Zweifel, ob wir das Richtige getan haben und das Heimweh war stark. Wir kämpften uns gemeinsam durch und schon bald stand der erste Urlaub in der alten Heimat an. Nach 4 Monaten fuhren wir das erste Mal nach Hause, in die Ukraine und feierten dort Weihnachten mit der Familie.

Unsere Ausbildungsinhalte sind sehr vielfältig

Auf dem Berg, wie es hier genannt wird, gibt es 3 Restaurants und auch 3 Küchen. Während der Ausbildung zur Restaurantfachkraft durchlaufen wir mehrere Abteilungen, meist ist für eine Abteilung 5-6 Monate eingeplant. Wir waren schon im Restaurant Felix, Restaurant Felicia, im Il Ristorante in der Toskana Therme und im Restaurant Reinhardts im Schloss in Auerstedt. Gelernt haben wir schon super viel. Tischdecken richtig auflegen, welches Besteck gehört wo hin und wann wird es eingesetzt, Servietten falten (Tafelspitz, Fächer, Jakobinermütze, Krone), welches Glas gehört zu welchem Getränk, das tragen mehrerer Teller auf einmal, was heißt Mise en place, was bedeutet flambieren, welcher Wein passt zu welchem Essen, Cocktails zubereiten uvm.  Aber nicht nur der Service gehört zu dem Beruf Restaurantfachmann/-frau. In den verschiedenen Küchen lernen wir nicht nur wie man Teller und Tassen spült, sondern auch wie man kalte Platten mit Wurst und Käse legt, wie man Salate anrichtet, Dressing herstellt, Obst und Gemüse Platten schön herrichtet, aber auch den Köchen zuarbeitet.

Das Hotel schickt uns zusätzlich zu Seminaren, um Dinge zu lernen, die der Betrieb und die Berufsschule uns nicht direkt vermitteln können. Letztes Jahr haben wir ein Weinseminar in Freyburg besucht, was sogar mit Kellerführung und Verkostung sehr spannend war. Jeden Montag gehen wir für 1,5 Stunden zum Deutschunterricht in das Hotel.

Nordic Walking, Qi Gong und Lauftraining

In unserer Freizeit treffen wir uns mit Freunden oder nehmen an dem kostenlosen Gesundheitsprogramm im Unternehmen teil. Angeboten wird sehr viel, wie zum Beispiel Nordic Walking, Qi Gong oder auch Lauftraining für den Start zum Unternehmenslauf in Erfurt.

Wie ihr seht ist der Beruf zum Restaurantfachmann/-frau sehr vielseitig und spannend. Sicher haben wir nicht jedes Wochenende frei als Restaurantfachkraft, aber dafür können wir in der Woche an unseren freien Tagen auch mal shoppen gehen. Und wenn die Gäste zufrieden sind und uns loben, haben wir alles richtig gemacht.

Wenn Ihr euch nicht sicher seid, ob der Beruf das Richtige für euch ist, dann macht ein Praktikum im Hotel an der Therme, dann bekommt ihr einen Einblick in die Gastronomie.

Steckbrief zum Beruf

Restaurantfachmann/-frau

allgemeine Angaben

  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Auszubildende bundesweit: 5.731
  • Auszubildende in Thüringen: 194

Angaben zur IHK Erfurt*

  • Anzahl der Ausbildungsbetriebe: 63
  • Anzahl der Auszubildenden: 123
  • Berufsschulstandorte: Erfurt

(*Die obigen Angaben beziehen sich auf den Einzugsbereich der IHK Erfurt, Stand: 2019)

Interessiert dich der Beruf und willst mehr dazu wissen? Dann lass gern einen Kommentar da oder nimm ganz einfach über unser Formular Kontakt zu uns auf.

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