Thanh stellt vor: Ausbildung zum Kaufmann/frau für Spedition und Logistikdienstleistung

„Gäbe es die letzte Minute nicht, so würde niemals etwas fertig.“
– Mark Twain (1835–1910), amerikanischer Schriftsteller

Und damit herzlich Willkommen zu einem Bericht über meinen Ausbildungsberuf! Mein Name ist Thanh Luong, ich bin 18 Jahre alt und wohnhaft im wunderschönen Landkreis Gotha. Ich mache eine duale Ausbildung zum Kaufmann für Spedition- und Logistikdienstleistungen. Wie ich zu diesem Beruf kam und wie meine Ausbildung aufgebaut ist, möchte ich euch im folgenden Beitrag erzählen.

Nach Beendigung der Schule im Jahr Sommer 2018 entschied ich mich eine Ausbildung zu beginnen. Da ich die Speditionsbranche schon immer sehr faszinierend und zukunftsweisend fand, machte ich daraufhin auch einige Praktika in der Logistikbranche. Meine ersten Einblicke in die Unternehmen entsprachen jedoch nicht meinen Erwartungen, sodass ich mich nach anderen Berufen außerhalb dieser Branche erkundigte. Im Winter 2019 bekam ich eine Stellenausschreibung für eine Lehre zum Speditionskaufmann im Unternehmen Mönig, von der IHK vorgeschlagen. Natürlich bewarb ich mich auf diese Stelle und wurde direkt zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Herr Reichel, der Niederlassungsleiter, bot mir infolgedessen einen Schnuppertag an. Dieser Einblick überzeugte mich schließlich eine Ausbildung bei der Mönig Spedition anzufangen.

Mönig ist ein europaweit tätiges Logistik- und Transportunternehmen, ausgerichtet auf die Beförderung von Holz, Getränken und Metallen. Seit der Gründung 1957 entstanden mehrere Niederlassungen. Neben dem Stammsitz im sauerländischen Meschede haben sie auch Niederlassungen in Gotha, Bremen und Golina in Polen. Geführt wird das Unternehmen zurzeit von drei Geschäftsführern: Bernd Mönig, Carsten Mönig und Alexander Schulz.

Am 1. April begann meine Ausbildung, ziemlich ungewöhnlich. Herr Reichel und ich waren uns einig, dass ich die verpassten Monate ohne Probleme nachholen könnte. In den ersten Wochen durfte ich u.a. meinen Arbeitsplatz, die rund 30 Mitarbeiter unserer Niederlassung und die Geschäftsführer kennenlernen. Durch meine duale Ausbildung kommt dann alle paar Wochen eine Woche Blockunterricht in der Berufsschule dazu. Das führt dazu, dass man mal eine Abwechslung zum Berufsalltag bekommt und auch somit produktiver sein kann, als es bei Teilzeitunterricht der Fall wäre.

Momentan werde ich in den kommenden Monaten Stück für Stück in das Tagesgeschäft des Unternehmens eingebunden, d.h. in den restlichen Monaten des ersten Ausbildungsjahres werde ich überwiegend Frachtbriefe bzw. Lieferscheine bearbeiten und Fahrzeuge disponieren. Im darauffolgendem Ausbildungsjahr werden meine Aufgaben durch das avisieren von Touren und das Schreiben jeglicher Pläne ergänzt. Zudem werde ich für eine Woche die Hauptzentrale in Meschede besuchen und einen Blick in das Lager und die Buchhaltung werfen. In den letzten 12 Monaten werde ich mein bis dahin erworbenes Wissen im direkten Kundenkontakt anwenden, um Termine und Aufträge zu organisieren.

Nach einem erfolgreichen Ausbildungsabschluss hätte ich die Möglichkeit, fest in der Disposition eingebunden zu werden oder mich weiterzubilden. Dazu könnte ich mich u.a. intern im Unternehmen fortbilden, mich für einen höheren Berufsabschluss qualifizieren (z.B. Fach- und Betriebswirt) oder nach meiner Ausbildung ein Studium (z.B. im Bereich Wirtschaft oder Logistik) absolvieren.

Wenn ihr es bis hierher geschafft habt und eventuell auch über eine Ausbildung als Speditionskaufmann nachdenkt, würde ich euch gerne ein paar Anhaltspunkte geben, ob ihr gegebenenfalls in dieses Berufsbild passt. Ihr solltet auf jeden Fall organisatorisch denken können, da es wichtig ist, dass ihr eure Touren im Voraus planen könnt um eventuelle Probleme einbeziehen zu können. Dazu gehört ebenfalls eine gute geografische Orientierung, denn ihr solltet wissen welche Routen am effektivsten harmonieren unter Beachtung der Lenk- und Ruhezeit des Fahrers. Ein weiterer Punkt, den ich für wichtig ansehe, ist ein gutes Zahlenverständnis. Ihr werdet in so gut wie jedem Bereich mit Zahlen zu tun haben, ob es die Buchhaltung, die Frachtpapiere oder die Abrechnung ist. Es wird eine gewisse Sorgfalt und Genauigkeit von euch erwartet, die ihr auch gut in stressigen Situationen bewältigen müsst.

Im Großen und Ganzen empfehle ich euch trotzdem ein Praktikum zu absolvieren, um eure eigene Meinung zu bilden.

 

Steckbrief zum Beruf

Kaufmann/frau für Spedition und Logistikdienstleistung

allgemeine Angaben

  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Auszubildende bundesweit: 612
  • Auszubildende in Thüringen: 159

Angaben zur IHK Erfurt*

  • Anzahl der Ausbildungsbetriebe: 41
  • Anzahl der Auszubildenden: 99
  • Berufsschulstandorte: Erfurt, Altenburg
  • (*Die obigen Angaben beziehen sich auf den Einzugsbereich der IHK Erfurt, Stand: 2019)

 

Alle Artikel in dieser Reihe finden auch unter www.same-here.de

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