Vorgestellt: Tobias Schirrmeister und seine Ausbildung zum Bankkaufmann

Tobias Schirrmeister und seine Ausbildung zum Bankkaufmann

Einen langweiligen Bürojob – wollte ich nie!!

Stimmt, habe ich auch nicht…

Während des Abitur´s stand für mich fest, dass ich genug von Theorie habe und ich endlich etwas Praktisches machen möchte. Einige Schulkameraden belächelten mich damals für meine Entscheidung gegen das Studium, doch es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte!!!

Nun bin ich 21 und kurz vor dem Ende meiner dreijährigen Ausbildung zum Bankkaufmann bei der VR Bank Weimar eG und habe mein eigenes Büro, perspektivisch meine eigenen Kunden und hohe Verantwortung.

Zunächst ein paar Worte zu mir: Ich bin Tobias Schirrmeister, aufgewachsen in einem kleinen Dorf bei Weimar zwischen Feld und Hügel, auf einem Dreiseitenhof mit vielen Generationen. Meine Familie ist für mich das Wichtigste. So habe ich z.B. schon damals – als kleiner Junge – meinen Uropa zum fahrenden Bankmobil begleitet und mit ihm Bankgeschäfte erledigt. Aber auch für die Region da zu sein, bedeutet mir sehr viel. So bin ich in meiner Freizeit neben der Ausbildung aktiv bei der örtlichen Feuerwehr, bei der Tanzgruppe: „Die Schillernden“ vom HWC Weimar und bei einigen weiteren Aktivitäten. Du fragst dich sicherlich, warum ich zu meiner Freizeit so viel schreibe – ganz einfach, weil sich meine Ausbildung besonders gut mit Familie und Freizeit vereinbaren lässt.

Zur VR Bank bin ich nicht ganz aus Zufall gekommen, denn ich habe mich über viele Ausbildungsberufe informiert. Dabei war immer im Fokus der Umgang mit Menschen auf kaufmännischer Ebene und in meinem Hinterkopf die Liebe zur Region und Heimat. Diese Faktoren und der Punkt, ein Azubi unter wenigen zu sein, bewegte mich zu einer Bewerbung bei der doch recht kleinen VR Bank Weimar eG mit ca. 100 Mitarbeitern und Hauptgeschäftssitz in Weimar. Nach einem Eignungstest und Vorstellungsgespräch mit der Ausbildungsleiterin Katy Nußbaum bekam ich die Zusage für die Ausbildung – als Weihnachtsgeschenk 2014. Die Freude war riesig und so konnte ich am 1. August 2015 meine Ausbildung mit einem Bauchkribbeln starten.

In meinem Lehrjahr starteten noch zwei weitere junge Männer, welche im Laufe der Zeit sehr gute Freunde für mich geworden sind. Allgemein wird Teamgeist bei unserer Bank sehr hoch geschrieben, denn ohne Kollegen kann man in vielen Fällen keine gute Lösung für sich selbst und Kunden finden. Genug geredet, nun möchte ich euch über die Ausbildung, Vor- und Nachteile sowie die nicht vorhandene Langeweile berichten. Hmm…wo fange ich an?

Die Ausbildung bei der VR-Bank Weimar dauert 3 Jahre, im dualen Ausbildungssystem, das heißt abwechselnd gehst du blockweise zur Schule und arbeitest in der Praxis in der Bank. Während der Schulzeiten lernst du dann auch viele neue Azubis von anderen Banken kennen und kannst dich austauschen und ihr lernt gemeinsam euren Beruf. In der Schule ist es zwar nicht immer leicht, aber du lernst viele Dinge, die dir nicht nur in der Ausbildung helfen, sondern auch im privaten Alltag.

Mir persönlich gefällt der Praxisteil trotzdem mehr, denn es wird bei der Bank nie langweilig, weil du während deiner Ausbildung in alle Bereiche schnuppern darfst. Den größten Teil verbringst du aber am Markt, also du arbeitest mit Menschen und hilfst ihnen teilweise selbstständig bei Fragen und Problemen. Besonders hier kannst du dich auf ein breites Spektrum freuen, denn es ist von Hilfestellung am Überweisungsautomat bis hin zu komplizierten Fragen zu Anlagethemen alles dabei. Wichtig ist, dass du dabei immer freundlich und flexibel bist, denn deine Kunden sind immer das Spiegelbild von deiner eigenen Freundlichkeit.

Bereits im ersten Lehrjahr wird viel Vertrauen in dich gesteckt, das heißt dass du mit Kollegen mit läufst und auch schon erste Kundengespräche mit übernimmst. Vor meinem ersten Kundengespräch war ich sehr aufgeregt, denn einen Gesprächsalltag gibt es bei uns nicht. Immer gibt es etwas zu tun und Gespräche entwickeln sich meist anders als man es geplant hat – wie in meinem ersten Gespräch allein in meinem eigenen Büro: Gesprächsanlass war die Regelung eines vermeintlich kleinen Erbfalls. Ich habe mich wie immer auf das Gespräch vorbereitet und auf das Gespräch gefreut. „Mein erstes selbständiges Gespräch“! Nach einigen Minuten nahm das Gespräch aber einen nicht geplanten Verlauf an, denn der Fall wurde größer und größer und mit einem Mal ging es nicht mehr nur um die Erbregelung, sondern auch um Geldanlage. Nach dem Gespräch war ich so happy, dass ich für den Rest des Tages ein breites Grinsen auf den Lippen hatte.

Ach ja, das hätte ich beinahe vergessen: es gibt viele Vorurteile über meinen Beruf. Meist haben Filme und Beiträge in den Medien dieses Bild geprägt, aber daran ist nicht viel Wahres. Zum Beispiel, dass man gelangweilt im Büro sitzt und irgendwelche Matheaufgaben löst – dies ist nicht der Fall. Du solltest nicht schlecht in Mathe sein, aber so viel musst du nicht rechnen. Du wirst auch nicht den ganzen Tag damit verbringen, Geld zu zählen. Vielmehr wird es so sein, dass du Kunden zu Finanzthemen berätst und mit Rat und Tat zur Seite stehst. Und das ist wirklich spannend! Jeder Mensch hat andere Pläne und Wünsche und zu denen beraten wir ganz individuell.

Also: Man muss nicht studieren, um einen guten Job zu bekommen.


Der Berater in Sachen Geldanlagen

Statement von Prof. Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt:

Bankkaufleute beraten sowohl Privat- als auch Geschäftskunden in Geldangelegenheiten. Sie sind kompetent bei Kreditanfragen, Bausparverträgen oder Lebensversicherungen und zeigen individuelle Finanzpläne auf.

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Nicht nur der tägliche Umgang mit Menschen und Zahlen prägt das Berufsbild, vor allem ist viel Wissen gefragt. Dazu gehören wirtschaftliches und kaufmännisches Wissen, die Kenntnis aktueller rechtlicher Rahmenbedingungen von Bankgeschäften, der steuerlichen Grundlagen bei Geldgeschäften, man muss stets auf neuestem Stand sein, wenn es um Bankprodukte und Finanzinstrumente geht, und nicht zuletzt sind Marketing sowie Verkaufs- und Verhandlungsstrategien wesentliche Bestandteile des Jobs.

In Zeiten, in denen Kunden anspruchsvoller und zurückhaltender geworden sind, was Geld betrifft, sind individuelle Informationen, das Aufzeigen von Lösungen und das Eingehen auf Kundenwünsche von entscheidender Bedeutung bei den Geldinstituten. Die Art und Weise, mit der es gelingt, den Kundenstamm zu halten und neue Kunden zu gewinnen, macht den Experten in Sachen Geld aus.

Bankkaufleute sind in allen Geschäftsbereichen der Kreditinstitute tätig. Sie beraten ihre Kunden über die gesamte Palette von Finanzprodukten – von der Geldanlage bis hin zu Baufinanzierungen und Versicherungen.

Ebenso wie mit dem Euro müssen Bankkaufleute auch mit ausländischen Währungen umgehen, etwa wenn sie ausländisches Bargeld oder Schecks kaufen oder verkaufen. Der Umgang mit Wechselkursen und die Umrechnung von Währungsbeträgen sind genauso gefragt wie die Korrespondenz mit ausländischen Banken. Fremdsprachenkenntnisse sind daher unerlässlich.

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Steckbrief zum Beruf

Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen

Allgemeine Angaben

  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Auszubildende bundesweit: 25.109
  • Auszubildende in Thüringen: 401

Angaben zur IHK Erfurt*

  • Anzahl der Ausbildungsbetriebe: 27
  • Anzahl der Auszubildenden: 233
  • Berufsschulstandort: Erfurt, Eisenach, Mühlhausen, Sondershausen

(* Die Angaben beziehen sich auf den Einzugsbereich der IHK Erfurt, Stand: 2018)

Dieser Artikel ist zuerst in der Thüringer Allgemeinen erschienen. 

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