Vorgestellt: Ricki Maier über seine Lehre zur Fahrbetrieb-Fachkraft in Nordhausen

Ricki Maier macht in Nordhausen eine Lehre zur Fahrbetrieb-Fachkraft und berichtet darüber.

Ricki Maier vor einer Tram der Stadtwerke Nordhausen

Ricki Maier vor einer Tram der Stadtwerke Nordhausen – schon als Kind fuhr er gern in der Straßenbahn mit. Foto: IHK

Nordhausen. Fahren, fahren, fahren – das ist es, was ich jetzt erst einmal tun möchte. Ich bin zwar relativ spät in den Beruf „Fachkraft im Fahrbetrieb“ eingestiegen, habe aber schon im zweiten Lehrjahr alle Fahrberechtigungen für Busse und Bahnen. Nach einer Ausbildung zum Sozialpädagogen habe ich mir einen Kindheitstraum erfüllt und noch einmal eine zweite Berufsausbildung begonnen.

Ich stamme aus einer „Kraftfahrerfamilie“ und bin schon als kleiner Junge sehr gern mit der Straßenbahn gefahren. Als mir dann jemand aus dem privaten Umfeld von seiner Tätigkeit als Busfahrer berichtete, stand für mich fest: Das ist es, was ich möchte – und so bewarb ich mich bei den Verkehrsbetrieben Nordhausen um einen Ausbildungsplatz.

Nach dem spannenden Bewerbungsverfahren hatte ich schon fast nicht mehr mit einer Zusage gerechnet. Umso überraschter war ich, als mich der Ausbilder der Verkehrsbetriebe eines Tages anrief, um mir mitzuteilen, dass ich im August 2016 mit der Ausbildung beginnen kann.

Ich gebe zu, dass ich auch Vorlieben bei der Ausbildung habe. So fahre ich lieber, als dass ich in der Berufsschule bin, und ich fahre lieber Bus als Straßenbahn. Beim betrieblichen Durchlauf aller Bereiche hat mir die Tätigkeit in der Werkstatt sehr gut gefallen. Das liegt daran, dass ich auch privat gern an Fahrzeugen „schraube“.

Aber auch die theoretischen Teile der Ausbildung haben sich schon als wichtig erwiesen, zum Beispiel Trainings zu Kundenkommunikation und Deeskalation. Die Kenntnisse kann man auch schon mal im privaten Umfeld gebrauchen, zum Beispiel, wenn ein Konflikt droht. Aber solche Situationen sind, Gott sei Dank, sehr selten. Was immer gefragt ist, das ist Freundlichkeit – und ich bin ein freundlicher Typ.

Zum Beispiel war eine Mutter mit ihrem fünfjährigen Sohn bei mir an der Straßenbahn. Sie wollte eine Auskunft, und das Kind interessierte sich so für die Straßenbahn, dass es den Blick kaum abwenden konnte und mich mit Fragen löcherte. Ich erklärte der Mutter den Fahrplan und dem Jungen die Straßenbahn. So hatte ich eine zufriedene Kundin und eventuell einen zukünftigen Straßenbahnfahrer in einem „Aufwasch“.

Die Ausbildung verlief allerdings anders, als ich es mir vorgestellt habe. Ich dachte, ich mache die Fahrerlaubnis und fahre dann von A nach B. So war es aber nicht. Die Ausbildung ist sehr breit aufgestellt, und ich habe ein sehr großes Umfeld an Kollegen. Gefallen hat mir auch der moderne Fuhrpark bei den Verkehrsbetrieben. Dass ich schon als Auszubildender neue, hochwertige Fahrzeuge fahren darf, zeigt mir, dass mir auch schon als Azubi sehr vertraut wird. Der Verantwortung für die Fahrzeuge und natürlich für die Fahrgäste bin ich mir bewusst, aber ich denke, ich bin auch gut darauf vorbereitet.

Neulich hat mich ein Bekannter gefragt, ob es nicht stupide ist, wenn ich die Straßenbahnlinie 1 vom Bahnhofsplatz zum Südharzklinikum immer hin und her fahre. Das musste ich verneinen. Jede „Runde“ ist anders und hat ihre eigenen Begebenheiten und Einflüsse. Das wird nie langweilig.

Im Übrigen fühle ich mich in der Dienstkleidung, die man auf dem Bild sieht, sehr wohl. Ich bin der „Hemd-mit-Krawatte-Typ“. T-Shirts für den Sommer gibt es auch, aber die ziehe ich nur an, wenn es extrem heiß ist.

Mein Ausbilder hat mich schon gefragt, ob ich mir später mal eine Weiterbildung vorstellen kann. Ja, kann ich, vielleicht auch als Ausbilder – aber nicht gleich, denn jetzt heißt es erst mal: Fahren, fahren, fahren.


Fachkraft im Fahrbetrieb

Einige Zahlen zum Ausbildungsberuf:

  • Die Ausbildung dauert 3 Jahre.
  • Bundesweit machen sie 1079 Azubis, in Thüringen 50.
  • Im Bereich der IHK Erfurt gibt es 8 Ausbildungsbetriebe mit zusammen 47 Azubis*.
  • Berufsschulstandort ist Mühlhausen.

( *Angaben Stand 2018)

Mitmachen und gewinnen!

Auszubildende, die ebenfalls ihren Beruf vorstellen und eventuell einen Preis gewinnen wollen, melden sich bei der IHK Erfurt, Mario Melle, E-Mail an melle@erfurt.ihk.de oder Tel. (0361) 3 48 41 70. Voraussetzung ist ein Ausbildungsvertrag, der bei der IHK Erfurt eingetragen ist und die Zustimmung des Betriebes. Pro Quartal wird ein Sieger ermittelt.

Dieser Artikel ist zuerst in der Thüringer Allgemeinen erschienen.

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